Firmenumzug – Eine positive Bilanz in der SZBZ

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Seit September 2025 ist Beisser Metall am neuen Standort in Weil im Schönbuch. Die erste Bilanz fällt positiv aus.

Mehr Platz, neue Maschinen, weitere Zielgruppen

Weil im Schönbuch. So ein Standortwechsel klingt auf dem Papier erst einmal nach Zahlen: 4000 Quadratmeter Produktionsfläche, 1200 Quadratmeter Bürofläche, rund 12 000 Quadratmeter Gesamtfläche, dazu rund 1,5 Millionen Euro für neue Maschinen. Bei Beissermetall in der Siemensstraße 4 im Gewerbepark Sol geht es aber um mehr als um Quadratmeter. Für das Familienunternehmen war der Neubau ein Schritt in eine neue Größenordnung. Die Halle läuft inzwischen auf Hochtouren. Und nach den ersten Monaten am neuen Standort sagen die Brüder Jan und Michael Pogadl: Es hat sich gelohnt. „Seit dem Umzug ist vieles einfacher geworden“, sind sich die beiden Geschäftsführer einig.

Vor allem in der Produktion macht sich der zusätzliche Platz im Vergleich zum vorherigen Firmensitz in Magstadt deutlich bemerkbar. Material, Maschinen, Arbeitsplätze und Logistik lassen sich heute wesentlich besser aufeinander abstimmen. Wege sind kürzer, Abläufe klarer, größere Aufträge leichter planbar. Was früher enger getaktet war und oft mehr Improvisation verlangte, funktioniert nun strukturierter.

In der Blechtechnik wurde in einen Tru Store-Lagerturm für Bleche inverstiert und dieser direkt an die Laserschneidemaschine angebunden. Ebenso wurde eine Stanz-Laser-Kombimaschine (Trumatic 3000) erworben.

Damit lassen sich Gewinde und Senkungen schneller und automatischer in die Bleche einbringen, als dies noch in Magstadt der Fall war.

Mitarbeiter und Kunden profitieren

Beissermetall ist seit mehr als 100 Jahren in der Metallverarbeitung tätig. Das Unternehmen fertigt unter anderem Metallgewebe, Filtertechnik, Blechteile sowie Zaun- und Toranlagen. Gefragt sind dabei Präzision, Termintreue und die Fähigkeit, auf unterschiedliche Kundenwünsche flexibel zu reagieren. Genau dabei hilft der neue Standort.

Auch für die rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat sich der Arbeitsalltag verändert. Es gibt mehr Platz in der Produktion, bessere Wege, modernere Arbeitsbedingungen und weniger Reibungsverluste. „Der Neubau schafft die Voraussetzung dafür, dass Arbeit wesentlich besser organisiert werden kann. Diese Rückmeldung bekommen wir auch von unseren Mitarbeitern“, sagt Jan Pogadl.

Ganz ohne Anlaufprobleme ging es aber nicht. Nach dem Einzug mussten Abläufe überprüft, Wege angepasst und Routinen neu gefunden werden. 

In einem Betrieb, in dem Produktion, Lager, Versand, Verwaltung und Kundenbetreuung eng ineinandergreifen, zeigt sich manches erst im Alltag.

„Da war die eine oder andere schlaflose Nacht dabei“, sagt Jan Pogadl offen. Michael Pogadl bringt es auf den Punkt: „Entscheidend ist nicht nur, dass die Halle größer ist, sondern dass sie im Alltag funktioniert. Und das tut sie.“

Der neue Standort eröffnet auch den Kunden mehr Möglichkeiten. Größere Aufträge lassen sich besser abwickeln, Kapazitäten flexibler planen, technische Anforderungen leichter umsetzen. Besonders im Bereich Zaun- und Toranlagen, für den Michael Pogadl zuständig ist, entstehen neue Chancen. Im Außenbereich wird derzeit eine Zaunausstellung aufgebaut. „Damit erreichen wir neue Zielgruppen und haben ganz andere Präsentationsmöglichkeiten“, sagt er.  Ebenfalls entsteht auf der Freifläche hinter dem Gebäude derzeit ein großes Außenlager für Zaunmaterial.

Dies versetzt Beissermetall in die Lage, Zaunmaterial vom Lager an Garten- und Landschaftsbauer zu verkaufen. Dafür war in Magstadt, am alten Standort, schlicht zu wenig Platz.

Zusätzlich ist Beissermetall neuerdings Biohort-Partner      und wird einige Biohort Produkte in die Zaunausstellung integrieren.

In naher Zukunft will das Unternehmen auch in den Bereich des Insektenschutzes gehen und Fliegengitter für Fenster und Türen, sowie Lichtschachtabdeckungen anbieten.

Auch Energieeffizienz und Nachhaltigkeit spielten beim Neubau eine Rolle. Moderne Produktionsstandorte werden längst nicht mehr nur nach Fläche bewertet. Wärme, Strom, Materialfluss und effiziente Abläufe sind entscheidend. Photovoltaik, Energieverbrauch und eine ressourcenschonende Nutzung der Fläche können am neuen Standort deutlich besser umgesetzt werden als zuvor.

Bereut haben Jan und Michael Pogadl die Entscheidung nicht. Im Gegenteil. Der Umzug war ein Kraftakt, aber einer mit klar erkennbarem Ergebnis. Der neue Standort ist nicht nur auf den aktuellen Bedarf ausgelegt, sondern auch auf weiteres Wachstum. Neue Maschinen, zusätzliche Mitarbeiter oder größere Kundenprojekte lassen sich nun deutlich leichter planen. „Das gibt uns Spielraum“, sagen die Geschäftsführer. Und genau darum ging es bei diesem Schritt: nicht nur größer zu werden, sondern besser arbeiten zu können.

SZ/BZ Wirtschaftsteil 19.06.2026